Wenn der längste Tag sich mit der kürzesten Nacht des Jahres verabredet geht es heiß her!

Zur Sonnenwende brennen die Berge in Tirol. Aber warum macht man denn eigentlich ein Sonnenwendfeuer?

Heute, am 21. Juni, wenn der längste Tag auf die kürzeste Nacht trifft, spricht man von der Sonnenwende. Rund um diesen Termin wird der Sommer bei uns in Tirol mit den Feuern am Berg begrüßt. Ein spannendes Ereignis mit Tradition, welche bis ins 14. Jahrhundert zurück reicht.

Bei klarer Sicht kann man, nach Einbruch der Dunkelheit, auf den Bergspitzen hunderte von Bergfeuern erblicken. Viele Vereine und Gruppen der Bergrettung wandern und klettern auf die Berge. Dort entzünden sie die Feuer, um die Nacht zu erhellen – ein beeindruckendes Schauspiel. Manchmal werden auch große Bilder aus Feuer wie zum Beispiel Kreuze oder andere Symbole dargestellt. Dieses außergewöhnliche Spektakel ist ein Highlight für Jung und Alt. Wenn man das Sonnwendfeuer einmal erlebt hat, dann zieht es einen in seinen mystischen Bann.

Woher kommt die Tradition vom Sonnwendfeuer?

Die Bergfeuer zur Sonnenwende sollen die Kraft der Sonne verstärken und das Böse von Mensch und Tier fernhalten. Zudem sollen sie Unwetter abwehren und die Wiesen und Felder zum Wachsen bringen. Es ist ein Brauch aus dem Mittelalter mit einer langen Tradition. Seit dem 14. Jahrhundert werden die Sonnwendfeuer entzündet. Damals nahm man das Fest zum Anlass, um bei einem Umtrunk auf den Beginn der Erntesaison anzustoßen.

Was passiert eigentlich bei der / den Sonnenwenden?

Eine Sonnenwende ( „Stillstand der Sonne“) findet zweimal im Jahr statt. Zur Wintersonnenwende – auf der Nordhalbkugel der Erde am 21. oder 22. Dezember – erreicht die Sonne die geringste Mittagshöhe über dem Horizont, während der Sommersonnenwende am 20., 21. oder 22. Juni (an Orten nördlich des nördlichen Wendekreises) ihren mittäglichen Höchststand über dem Horizont. Auf der Südhalbkugel sind die Verhältnisse umgekehrt. Während des dortigen Winters ist auf der Nordhalbkugel Sommer.
Bei einer Sonnenwende erreicht die Sonne im Lauf eines Sonnenjahres den größten nördlichen oder südlichen Abstand (Deklination) vom Himmelsäquator. In diesem Augenblick kehrt die Sonne ihre durch die Schiefe der Ekliptik bewirkte Deklinationsbewegung um und nähert sich wieder dem Himmelsäquator.
Die Sonnenwenden markieren den Beginn des astronomischen Sommers bzw. des astronomischen Winters. Wenn die Sonne ihre größte nördliche oder südliche Deklination von 23,4° erreicht, steht sie senkrecht über den so genannten Wendekreisen der Erde (nämlich den Breitenkreisen auf 23,4° nördlicher bzw. südlicher Breite).

Für beide Erdhalbkugeln gilt jeweils: Zur Wintersonnenwende erreicht die Sonne im Jahreslauf ihren tiefsten Stand in Bezug auf den Meridiandurchgang. Zu diesem Zeitpunkt herrscht der kürzeste Tag und die längste Nacht, weil der größere Teil der täglichen Sonnenbahn unterhalb des Horizonts liegt. Umgekehrt erreicht die Sonne zur Sommersonnenwende ihren höchsten Stand. Zu diesem Zeitpunkt herrscht der längste Tag und die kürzeste Nacht, weil der größere Teil der täglichen Sonnenbahn oberhalb des Horizonts liegt.

Nahe den Polarkreisen gibt es zur Wintersonnenwende einen Tag ohne Sonnenaufgang sowie zur Sommersonnenwende einen Tag ohne Sonnenuntergang (Mitternachtssonne, „Weiße Nächte“). Weiter polwärts herrscht dann wochen- bis monatelang der Polartag bzw. am anderen Pol die Polarnacht. Während dieser Zeiträume ohne Dämmerung liegt die tägliche Sonnenbahn vollständig oberhalb bzw. unterhalb des Horizonts.

Zwischen den Sonnenwenden überschreitet die Sonne jeweils den Himmelsäquator und steht dann senkrecht über dem Äquator der Erde. Diese Zeitpunkte sind die Äquinoktien oder Tagundnachtgleichen. Äquinoktien und Sonnenwenden stellen den Beginn der jeweiligen astronomischen Jahreszeiten.

Geschichtliches und Kulturelles

Die Verehrung der Sonne und des wiederkehrenden Lichtes geht auf Traditionen in prähistorischer Zeit zurück. Die Sonne hat essentielle Bedeutung für das irdische Überleben.
Die Sommersonnenwende trug einen Aspekt des Todes und der Vergänglichkeit in sich. Dem gegenüber standen die längerwerdenden Tage nach der Wintersonnenwende, die Leben und Auferstehung verkörperten. Diese Wendepunkte schlugen sich entsprechend in Ritus und Mythologie nieder.Bemerkenswert ist, dass die Sonne im abendländischen Kulturkreis immer dem männlichen Prinzip zugeordnet ist, jedoch hier eine Ausnahme im germanischen Sprachraum besteht, welcher in der Sonne die Mutter sieht.

Je größer der Unterschied zwischen dem harten Winter und dem warmen Sommer, desto intensiver wurde von jeher dieser Tag gefeiert. Im Norden Europas, wo in der sommerlichen Jahreszeit die Nächte gar nicht mehr dunkel werden (man spricht auch von den Weißen Nächten), haben Sonnenwendfeiern – als Mittsommerfest bezeichnet – mehr Bedeutung.

Den Tag der Sommersonnenwende betrachten seit jeher manche Menschen als mystischen Tag; manche begehen ihn mit weltlichen oder religiösen Feierlichkeiten. Sonnenwendfeste hatten vor allem in den germanischen, nordischen, baltischen, slawischen und keltischen Religionen einen festen Platz. Die größte unorganisierte Sommersonnwendfeier in Europa findet in Stonehenge statt, die größte Deutschlands an den Externsteinen. Die südlichste Sommersonnenwendfeier findet seit 1929 in der spanischen Region Alicante statt. Das Golowan-Fest findet in Cornwall statt und wurde erstmals 1754 von William Borlase beschrieben.Seit der Christianisierung Europas werden diese Feiern oft mit dem Heiligen des 24. Juni, Johannes dem Täufer, verbunden, der als besonders machtvoller Heiliger galt (Johannistag). Einige der Sonnenwendbräuche, die sich bis heute erhalten haben, wie die Johannisfeuer, sind nach ihm benannt. So wird der Johannistag in der Bretagne manchmal erst am folgenden Wochenende gefeiert. Auch hier liegt das Datum kurz nach der tatsächlichen Sommersonnenwende.

Bei uns in Tirol auf der Hohen Salve findet das Sonnwend-Feuerbrennen am Samstag, 23. Juni statt.
Vom Gipfel der Hohen Salve hat man einen herrlichen Blick auf die zahlreichen Bergfeuer vom Wilden Kaiser, den Kitzbühler Alpen und entlang des Inntales. 
Für musikalisch Unterhaltung ist gesorgt und es gibt
Salvenkirchenführungen.

Nachtbetrieb der Gondelbahnen Söll – Hohe Salve von 19:00 – 23:00 Uhr

Freie Gondelfahrt mit SkiWelt Erlebnis Wanderpässe, Kitzbühler AlpenSommerCard und Wanderpass Saisonkarte.

Vielleicht seht ihr ja auch eine von uns Hexen ums Feuer tanzen. Wir freuen uns auf Euch!